Eine Apostille ist eine spezialisierte Form der Beglaubigung, die im internationalen Rechtsverkehr zwischen den Mitgliedsstaaten des Haager Übereinkommens von 1961 genutzt wird. Sie dient dazu, die Echtheit einer öffentlichen Urkunde im Ausland nachzuweisen, ohne dass eine langwierige Legalisierung durch eine Botschaft notwendig ist.
Was ist eine Apostille?
Um die Frage „Apostille – was ist das?“ fachgerecht zu beantworten: Es handelt sich um einen internationalen Echtheitsnachweis. Was ist eine Apostille im Detail? Sie ist ein quadratischer Stempel (mindestens 9 cm Kantenlänge), der die Echtheit der Unterschrift und des Siegels auf einer öffentlichen Urkunde bestätigt. Die Überschrift muss zwingend auf Französisch lauten: „Apostille (Convention de La Haye du 5 octobre 1961)“.
Wie sieht eine Apostille aus?
Im folgenden Bild ist eine typische Apostille zu sehen, vorbei die individuellen Daten entsprechend entfernt wurden.

Apostille Bedeutung: Apostille einfach erklärt!
Man kann sich die Apostille als einen „internationalen Reisepass für Urkunden“ vorstellen. Der Sinn der Apostille liegt darin, dass Behörden im Ausland sofort erkennen, dass Ihr deutsches Dokument (z. B. eine Geburtsurkunde oder ein Vertrag) echt und rechtsgültig ist. Dies spart Zeit und verhindert bürokratische Hürden bei grenzüberschreitenden Angelegenheiten.
Praxisbeispiel: Führungszeugnis Apostille
Wenn Sie eine Apostille für Ihr Führungszeugnis benötigen, können Sie das bei der zuständigen Meldebehörde oder über das Online-Portal des BfJ beantragen.
Wichtig: Sie müssen angeben, dass Sie eine Apostille bzw. Endbeglaubigung benötigen. Anderenfalls erhalten Sie lediglich das Führungszeugnis.
Das BfJ versendet das vorbeglaubigte Führungszeugnis postalisch an Sie.
Danach stellen Sie einen Online-Antrag beim BfAA für die Erteilung einer Apostille oder Endbeglaubigung. Folglich senden Sie das Führungszeugnis im Original mit dem Antragsformular an das BfAA.
Danach sendet das BfAA das Führungszeugnis mit Apostille an Sie zurück.
Für welche Länder braucht man eine Apostille?
Sie wird in den 117 Mitgliedsstaaten des Haager Übereinkommens anerkannt. Achtung: Deutschland hat gegen den Beitritt einiger Länder (wie Indien oder Marokko) Einspruch erhoben, weshalb dort oft andere Verfahren nötig sind.
- Europa: Fast alle EU-Staaten (z.B. Belgien, Niederlande, Finnland, Portugal, Griechenland, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Kroatien), sowie Schweiz, Norwegen, Russland, Türkei (nicht in der ersten Liste, aber bekannt).
- USA, Kanada: Nordamerika
- Japan, Südkorea, Indien: Asien: (Apostille) oder China (für Hongkong/Macau Apostille, Festland China benötigt eine Legalisation), Indonesien, Singapur.
- Argentinien, Brasilien, Kolumbien, Peru, Mexiko: Südamerika:.
- Australien, Neuseeland: Ozeanien
- Südafrika, Botswana, Marokko: Afrika: (Apostille).
Wo kann ich eine Apostille beantragen?
Wenn Sie sich fragen: „Wo kann ich eine Apostille beantragen?“, hängt die Antwort vom Dokument ab. Ministerien wie z.B. Justizministerien, Gerichte oder Notare sind hierfür zuständig. In der Regel werden Sie darüber informiert, wo sie die Apostille Ihres Originaldokuments erstellen lassen sollten. Bei Olingua können Sie eine Beglaubigte Übersetzung mit Apostille direkt online buchen.
Wichtig zu wissen: Auf dem Originaldokument sollte bereits die Apostille angebracht sein, damit bei der Übersetzung der Teil der Apostille direkt mit übersetzt werden kann. Anderenfalls wird die Übersetzung wahrscheinlich nicht anerkannt.
Wie ist der Ablauf bei einer Übersetzung mit Apostille?
Wenn Sie ein Online-Übersetzungsbüro wie Olingua mit dem „Rundum-Sorglos-Paket“ (Beglaubigte Übersetzung inklusive Apostille Übersetzung) beauftragen, übernimmt der Dienstleister die Behördengänge für Sie. Der Prozess läuft in der Regel wie folgt ab:
1. Original vorbereiten bzw. Einreichung des Originals
Wenn Sie noch keine Apostille auf dem Dokument haben, benötigen Sie diese zuerst.
Danach ladne Sie das Dokument (z. B. eine Geburtsurkunde oder einen Vertrag), welches bereits die Apostille trägt online hoch.
2. Erstellung der Übersetzung
Ein gerichtlich ermächtigter Übersetzer fertigt die Übersetzung des Dokuments an. Dabei wird nicht nur der Inhalt des Dokuments, sondern auch der Text der Apostille übersetzt.
Hier können Sie die Apostille Übersetzung direkt online buchen.
3. Beglaubigung der Übersetzer-Unterschrift (Überbeglaubigung)
Soll die Übersetzung im Ausland verwendet werden, verlangt das Zielland oft eine Bestätigung, dass der Übersetzer tatsächlich bei Gericht registriert ist.
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Der Übersetzer reicht seine fertige Übersetzung beim zuständigen Landgericht ein.
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Das Gericht prüft die Unterschrift des Übersetzers und versieht die Übersetzung mit einer zweiten Apostille (der sogenannten Überbeglaubigung).
4. Rückversand
Nachdem das Gericht die Apostille auf der Übersetzung angebracht hat, schickt das Übersetzungsbüro Ihnen das fertige Dokumentenpaket per E-Mail und per Post zu. Damit ist das Dokument im Ausland sofort rechtsgültig einsetzbar.
Was kostet eine Apostille inkl. beglaubigter Übersetzung?
Die Gebühren variieren je nach Behörde bzw Übersetzer.
Wenn Sie unseren Service nutzen, setzt sich der Preis wie folgt zusammen:
Kostenfaktoren bei einer Übersetzung mit Apostille
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Die staatliche Apostillen-Gebühr: die festgelegte Gebühr liegt in Deutschland bei 25 €, die das Gericht pro Dokument berechnet.
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Das Übersetzungshonorar: Dieser Preis richtet sich nach der Sprache, der Fachkomplexität und des Umfangs des Dokuments.
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Die Service- und Abwicklungsgebühr: Da der Übersetzer physisch zum Landgericht gehen oder Dokumente per Post dorthin senden, die Unterschriften prüfen lassen und den Prozess überwachen muss, wird hierfür eine Pauschale berechnet.
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Versandkosten: Da Originale hin- und hergeschickt werden, fallen Kosten für den versicherten Versand (Einschreiben oder Kurier) an.
Zu beachten ist jedoch, dass für die Verwendung im Ausland fast immer eine beglaubigte Übersetzung der Apostille und des Hauptdokuments verlangt wird. Nur so können ausländische Stellen den Inhalt zweifelsfrei prüfen.
Bei uns können Apostille Übersetzung direkt online buchen.
Apostille Legalisation: Der Unterschied
Das Thema Apostille Legalisation beschreibt den Weg der Beglaubigung. Während die „Legalisation“ ein mehrstufiges Verfahren über Konsulate ist, ist die Apostille die vereinfachte Form. Sie ersetzt die klassische Legalisation und macht den internationalen Rechtsverkehr deutlich effizienter.
Wichtiger Hinweis: Ein Übersetzer kann niemals die Apostille auf einer staatlichen Urkunde (z. B. vom Standesamt) selbst ausstellen. Er kann nur die Apostille für seine eigene Übersetzung bei Gericht einholen.

Tanja Fischer-Kehl
Frau Fischer-Kehl ist Übersetzerin, Dolmetscherin und Sprecherin, zudem DTP-Expertin und zertifizierte SDL-Projektmanagerin. Sie ist vom OLG Köln für Englisch und Französisch ermächtigt und führt Multilingua International und betreut Kunden dabei professionell.